Valor (EQII) – Valor Gnome News
Holla, da wollte ich mir mal einen freien Nachmittag machen, aber bevor ich auch nur dazu kam, mir Brötchen in der Bäckerei für ein kleines Picknick zu kaufen, ertönte genau vor der Bäckereitür das laute Gezeter einer Frau, einer Halblingsdame, um genau zu sein. Natürlich bin ich meinen Pflichten als fleissige Reporterin der Valor Gnome News nachgekommen und hab - mit gezücktem Spezialschreibomat für schöne Handschrift und meinem treuen Notizbuch bewaffnet - begonnen, der Ursache der Verzweiflung auf den Grund zu gehen.
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Ihr Mann sei verschwunden, erzählt sie mir. Schon vier Mahlzeiten, Brunchzeit, Mittagessen, Nachmittagsessen und Nachmittagsvesper, habe er verpasst und sei noch immer nicht zurückgekommen, obwohl er versprochen hatte, gleich wieder da zu sein. Meine Vermutung, dass er von Gnollen entführt worden sein könnte, verwarf sie aber und meinte, da stecke wohl eher ein Kneipengang dahinter - wie immer - und deutete vielsagend auf das Nudelholz in ihrer Hand. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch Mittleid mit dem armen Gatten, der wohl nur ein Bier mit Freunden trinken wollte, aber es sollte anders kommen.
Es fand sich nämlich ein Waldelf, welcher sich später als Menion aus der kleinen aber netten Truppe Wolfsblut vorstellte und sich bereit erklärte, Ausschau nach dem verschollenen Mann zu halten.
Menion erwies sich als erfahrener Spurenleser oder verfügte zumindest über eine sehr gute Intuition, denn auf Anhieb fand er im Keller einer nahegelegenen Taverne einen kleinen, überaus betrunkenen Halbling, der mit der Beschreibung der Frau übereinstimmte. Tatsächlich hörte dieser auf den Namen, den seine Frau genannt hatte, allerdings erwies sich das FINDEN des Halblings als um einiges einfacher, als das was dann folgen sollte, nämlich den kleinen Säufer zu überzeugen nach Hause zu kehren (er brachte kein klares Wort heraus) und ich dann auch noch dorthin zu bringen.
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Als erstes bot der Halbling dem Waldelf mal einen Humpen Bier an, vermutlich, um ihn zu bestechen, seiner Frau nichts zu verraten. Aber Menion lehnte dankend ab, da er keinen Alkohol trinke. Stattdessen versuchte er dem Halbling zu erklären, dass er es mit seiner Bierforschung wohl etwas übertrieben hätte und doch nach Hause zurückkehren solle. Der Kleine schien zwar Angst vor seiner Frau zu haben (als ich an das Nudelholz zurückdachte, konnte ich das sogar verstehen), aber er liess sich mit dem Versprechen auf leckere Mahlzeiten dazu bewegen, zumindest mal aufzustehen und zum nächsten Türrahmen zu wanken. Aber da begann die Tortur erst richtig.
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Es wäre ja eigentlich kein weiter Weg gewesen, von dieser Kneipe zu der Bäckerei. Aber der Halbling stolperter erstmals über seinen Freund, den er vermisst hatte und der stockbesoffen am unteren Ende der Treppe schlief, dann freute er sich über einen Becher mit noch einem Schluck Bier drin und nahm ihn als Wegzehrung mit. Oben im Erdgeschoss der Taverne wartete schon das nächste Hinderniss, denn der Halbling hätte sich dem Zimmermädchen mit schäkerndem Blick geradezu an die Brust geworfen, wenn ihn Menion nicht daran gehindert hätte und ihn mit dem erneuten Versprechen auf Essen dazu brachte, zumindest mal das Wirtshaus zu verlassen.
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Auf die zahlreichen Zwischenstopps an Bäumen und bei der Pferdetränke, wo der Halbling sich sein Trinkgelage nochmals ausreichlich durch den Kopf gehen liess, möchte ich gar nicht genauer eingehen. Es war schon genug schwierig, ihm beim Hügel hochkrabbeln und beinahe auf der anderen Seite wieder runterrollen zu zusehen. Dieser Herr Waldelf muss geduldig wie ein Fels sein.
Ein Wunder, dass der Halbling sein Zuhause wiedererkannt hat und sogar auf die Idee kam, im Lieblingsgarten seiner Frau einen Blumenstrauss zu pflücken und ihr ihn dann, als extra für sie gekauft, zu schenken - zu seinem Glück! Sie war nämlich alles andere als erfreut über die Rückkehr des mehr kriechend als gehenden Halblings, aber liess sich tatsächlich mit den Blumen soweit beruhigen, dass Menion zwischen den beiden etwas vermitteln konnte und sich das Ehepaar darauf einigte, dass er einmal die Woche in eine Taverne dürfen, aber ohne sich zu stark zu betrinken.
Leider ging die Frau Halbling weder auf meine Erwähnung des Zimmermädchens ein, noch machte sie wirklich von dem Nudelholz gebrauch - denn verdient hätte es der Halbling sicher. Aber wer weiss, vielleicht kaufe ich mir wiedereinmal Brötchen in dieser Bäckerei und erfahre mehr interessante Details über die zwei Halblinge dort.
Scarlin, die Reporterin